Emotionen als Schlüssel unserer Kraft - Scham

Bin ich falsch oder richtig? Scham als Kraft der Selbstreflexion.

In den unpassendsten Momenten möchten wir uns am liebsten in Luft auflösen oder im Erdboden versinken. Die Fähigkeit sich zu schämen ist an die Fähigkeit gebunden, das eigene Selbst zu reflektieren und ist dem Menschen eigen.

Scham und ihre Auswirkungen!

Scham ist ein Gefühl, dass die meisten Menschen meiden, das uns aber fast verfolgt. Sicher ist, die Fähigkeit Scham zu empfinden ist exklusiv menschlich. Ihre äusseren Anzeichen sind universell: Erröten, gesenkter Blick, hängende Schultern, eingefallene Brust. Anders als Angst oder Ärger, muss das Schamgefühl erst reifen. Ab zirka zwei Jahren, wenn das Kleinkind sich seiner Individualität bewusst wird, ist es nach Ansicht der Forscher fähig, sich zu schämen. Die Fähigkeit sich zu schämen ist eng an die Fähigkeit gebunden, das eigene Selbst zu reflektieren.

Durch unsere Fähigkeit, uns selbst zu reflektieren und dadurch als richtig oder falsch wahrzunehmen, ist unser Ich entstanden. Das Ich ist also eng verknüpft mit der Fähigkeit, sich zu schämen. Um mit unserem Ich in Frieden zu leben, müssen wir uns mit der Scham und der dazugehörigen Interpretation aussöhnen.

 

Scham aus gesellschaftlicher und kultureller Perspektive

Scham ist ein Gefühl, mit dem in der Vergangenheit viel Schindluder betrieben wurde. Statt als gesundes Regulativ wurde sie als Geissel missbraucht, um Menschen in Selbstzerfleischung und mangelnder Selbstliebe zu fesseln. Kindern wurde von klein auf beigebracht, für was sie sich schämen sollten. Die Idee der Ursünde lastete schwer auf allen Gläubigen im christlichen Raum.

Heute ist Scham daher wenig beliebt. Viele Menschen scheinen eine gesunde Abwehr gegen diese Form der Manipulation entwickelt zu haben. Es ist daher an der Zeit, uns wieder anzufreunden mit einem Gefühl, das uns ein gesundes und ausgewogenes Verhältnis zu uns selbst schenken kann.

 

Scham als Kraft

Durch Scham lernen wir uns selbst kennen, reflektieren uns und entwickeln uns. Durch sie hinterfragen wir uns selbst. Durch die Interpretation „Ich bin falsch“ oder auch die Frage „Bin ich falsch?“ richten wir unseren Blick nach innen. Dieser Moment kann grosse Überwindung kosten oder sogar eine Befreiung sein. Zuweilen ist es, als müsste ich mich mit aller Macht zwingen, mich selbst anzusehen; zu anderen Zeiten ist es eine Erleichterung, mir endlich diese Frage zu stellen oder einfach einen Fehler einzugestehen.

Nach diesem Moment der Innenschau, den die Schamkraft mir ermöglicht, kommen die anderen Gefühlskräfte zum Einsatz, diesmal jedoch auf mich selbst ausgerichtet. Meine Wut hilft mir zu entscheiden, was ich an mir falsch finde, und mobilisiert die Kraft, es zu ändern. Meine Trauerkraft hilft mir, jene Wesenszüge oder Verhaltensweisen anzunehmen, die ich nicht mag, jedoch gerade nicht ändern kann, und sie hilft mir vor allem, mich dennoch zu lieben, mit meinen Fehlern und Schwächen. Angstkraft hilft mir, den unbekannten Bereichen in mir ins Auge zu sehen, nicht wissend, was mir dort begegnen wird. Und schliesslich hilft mir meine Freudekraft, das in mir zu würdigen und zu stärken, was ich schön und richtig finde. 

Wir brauchen Scham um…..

-        unsere Grenzen, Fehler und Schwächen zu erkennen.

-        zu erkennen, dass wir keine Übermenschen sind.

-        Demut zu entwickeln.

-        uns selbst als unvollkommen anzunehmen.

-        Selbstliebe zu entwickeln.

-        auf authentische Art um Verzeihung zu bitten. 
 

Linderung der Schamgefühle

Hier ein paar Ideen, um die Scham zu lindern, damit sie nicht krank macht und zu einem ewigen Gedanken-Karussell führt:

-        Akzeptiere dein Schamgefühl für den Augenblick. Deine Scham ist da, weil du denkst, dass du dich für etwas schämen musst. Du hast etwas getan, das sich in deinen Augen blossstellt. Auch wenn es dir nicht gefällt, lass es für einen Moment zu, du wirst dich gleich wieder besser fühlen.

-        Du bist ein Mensch und darfst das akzeptieren. Du kannst nicht verhindern, dass du ab und zu ungeschickt bist, Fehler machst und nicht perfekt bist. Sage dir deshalb:“ Ich bin bereit zu akzeptieren, dass mir ein Missgeschick passiert ist, das ist menschlich.“

-        Trenne zwischen deinem Verhalten und deiner Person. Wenn du dich nicht so verhältst, wie du es von dir erwartest oder wie andere es von dir erwarten, dann hast du zwar einen Fehler gemacht, aber du bist deshalb kein Versager.

Ein Missgeschick oder ein Fehler verändert nicht deinen Wert als Mensch. Es ist etwa so, als ob auf einem grossen Baum mit üppigem grünen Blattwerk ein einzelnes welkes Blatt hängen würde.

-        Überlege dir, wie du andere in einer solchen Situation trösten würdest.

Vermutlich bist du anderen gegenüber sehr viel grosszügiger und toleranter als dir gegenüber, wenn diesen das gleiche Missgeschick wie dir passiert wäre.

Du würdest vielleicht sagen:“ Das kann doch jedem mal passieren.“ Oder „Das ist doch kein Beinbruch.“ Wie wäre es, wenn du mit dir ebenso viel Nachsicht hättest?

-        Stoppe deine Grübelgedanken. Je mehr du dir jetzt, nachdem der Lapsus passiert ist, Vorwürfe machst und mit dir haderst, desto grösser erlebst du den Vorfall als Versagen und umso grösser sind deine Schamgefühle. Lasse die Vorwürfe los sage dir:“ Stopp, die Situation ist vorbei. Ich kümmere mich jetzt um die Gegenwart.“

-        Erinnere dich an deine Erfolge. Schau nicht wie mit einer Lupe auf dein Missgeschick, auf das, wofür du dich schämst, sondern schau mit einer Weitwinkelkamera auf deine Erfolge.

 

 

Scham aus der Sicht der Elemente

Die Scham wird dem Element Äther zugeordnet. Sie verhält sich wie Äther und durchdringt alles, sie enthält in ihrer reinen Form jede der vier anderen Gefühlskräfte und hilft uns somit, die Teile in uns zu ändern, die falsch sind, jene zu geniessen, die richtig sind, jenen zu begegnen, die wir fürchten und die anzunehmen, die schade sind.

(Einige Passagen in diesem Newsletter habe ich dem Buch von Vivian Dittmar: Gefühle & Emotionen, eine Gebrauchsanweisung entnommen.)

 

Projekt Therapiehund
 

Kilano ist einfach eine riesengrosse Freude für mich. Mit ihm in der Praxis kann ich wunderbar arbeiten, er hält sich ganz ruhig in seiner Box auf und einige meiner Klienten freuen sich jeweils darauf, wenn sie ihn am Ende der Sitzung begrüssen dürfen.

Er ist bereits seeerprobt und durfte mit uns auf den Hallwilersee. Es war für ihn recht ungewohnt im Gummikanadier mitzureisen, aber er hat sich mit grosser Neugierde hinein begeben. Beim Velofahren war er auch bereits dabei, aber das werde ich mir nicht allzu viel zumuten, es ist sehr streng den Berg hoch zu fahren und leichter wird er ja auch nicht ;-). Er hat sich recht ruhig verhalten in seinem Anhänger. Er ist einfach ein megacooler Hund, der fast alles mitmacht.

Der Junghundekurs ist bereits seit drei Wochen am Laufen und er darf dort mit fünf weiteren Cobberdogs viel lernen, inklusive mir.

Hier die Wiedersehensfreude im Junghundekurs festgehalten von Meret Gebert, der tollen Züchterin meines Kilanos: https://youtu.be/-PBU1_2HYCs


 

Die Sommerferien nahen bei vielen, definitiv bei mir J. Wir machen eine Auszeit in Schweden und freuen uns riesig darauf, aber zuerst folgt der zweitletzte Ausbildungsblock in der Traumatherapie.

Dir wünsche ich wunderbare Sommertage voller Leichtigkeit, Wärme und leisen Brisen und melde mich anfangs September mit dem nächsten Newsletter wieder.

Herzlichst, Regina

 

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